Die Zukunft des Gamings: Mind-Control-Gaming wird Realität

Die Zukunft des Gamings: Mind-Control-Gaming wird Realität
Mind-Control-Gaming (foto ANSA)

In der Welt der virtuellen Realität (VR) ist in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Transformation zu beobachten gewesen. Die einst klobigen und kaum benutzbaren Betonklötze, die in den 90er Jahren als VR-Headsets galten, haben sich zu beeindruckend schlankeren Modellen entwickelt. Diese Technologie gewährt uns unmittelbaren Zugang zu den alternativen Welten, von denen die Menschheit seit Jahrhunderten träumt. VR ist nicht nur zeitlose Fantasie, sondern auch ein Beweis für unsere moderne Fähigkeit, sie zu verwirklichen. Es hat lange gedauert, aber die Forschung im Bereich VR und die Zukunft der Gaming-Technologie stehen heute im Zeichen unserer Gehirne, die branchenweite Standards setzen.

Das Wesentliche für ein modernes VR-System

Egal ob es sich um ein weißes PlayStation VR 2 für 550 US-Dollar, eine Meta Quest 3 mit drei Augen für 500 US-Dollar oder eine beliebige andere Option handelt: Ein grundlegendes, modernes VR-System muss die bestmögliche Grafik und die intuitivsten Steuerungselemente bieten. Alles andere stellt eine Barriere dar und verhindert ein vollständiges Eintauchen in die virtuelle Realität. Beide Aspekte hängen mit der Wahrnehmung und der Art und Weise zusammen, wie wir externe Informationen verarbeiten. Um VR für unsere Sinne überzeugend zu gestalten, setzen VR-Tech-Unternehmen regelmäßig auf Neurowissenschaftler, um ihre Technologie und Benutzererfahrung zu verbessern.

Das ist allerdings einfacher gesagt als getan. „Die meisten Menschen realisieren nicht, wie vielfältig und unvorhersehbar die Aktivitäten unseres Gehirns sind“, erklärte Cody Cao, ein ehemaliger Kommilitone von mir und derzeit Doktorand für audiovisuelle Sprachforschung an der University of Michigan, der auch bei Meta’s Reality Labs tätig war. „Es ist schwierig, ein allgemeines Werkzeug für alle zu schaffen. Allein bei Kopfbewegungen gibt es drei Bewegungsachsen, und Bewegungsgeschwindigkeit und Reaktionszeit liefern uns tatsächlich direktere Informationen über einen Gamer als Hirnsignale es können.“

Die Zukunft des Gamings: Mind-Control-Gaming

Dennoch setzen Technologieunternehmen auf unsere Gehirne, um VR auf das äußerste Level zu bringen: das sogenannte Mind-Control-Gaming. Es ist Realität, und Forscher arbeiten bereits seit Jahren daran. Im Jahr 2019 erklärte der ehemalige experimentelle Psychologe von Valve, Mike Ambinder, vor einem Publikum auf der Game Developers Conference, dass VR, gesteuert durch Gehirn-Computer-Schnittstellen (Brain-Computer Interfaces – BCI), der „natürlichste“ Weg sei, um Videospiele zu spielen.

Die Idee, Videospiele nur mit Gedanken zu steuern, mag zunächst nach Science-Fiction klingen, aber die Fortschritte in der Neurotechnologie und Gehirn-Computer-Schnittstellen haben diese Vision näher an die Realität herangeführt. Forscher entwickeln bereits Systeme, die die elektrischen Signale des Gehirns in Befehle für Spiele umsetzen können. Die potenziellen Anwendungen sind vielfältig, von barrierefreiem Gaming für Menschen mit Behinderungen bis hin zu immersiveren Spielerlebnissen für jeden.

Die Zukunft des Gamings ist in unseren Köpfen

Die Zukunft des Gamings liegt also in unseren Köpfen buchstäblich und im übertragenen Sinne. Die Verbindung von VR-Technologie und Gehirnsteuerung verspricht eine neue Ära des Gamings, in der unsere Gedanken und Vorstellungen die treibende Kraft hinter unseren virtuellen Abenteuern sein werden. Während es noch einige technische und ethische Herausforderungen zu bewältigen gibt, sind die Fortschritte in diesem Bereich vielversprechend. Die Vision von Mind-Control-Gaming mag heute noch wie Science-Fiction erscheinen, aber sie wird zunehmend zu einer aufregenden Realität in der Welt des Gamings.